Informationen zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie

Wer die Kinder gut versorgt weiß, ist bei der Arbeit leistungsfähiger. (Foto: Uwe Steinbrich/ Pixelio)

Lebenspraktisch und alltagsnah

In dieser Rubrik erscheinen Beiträge zum Themenfeld »Beruf und Familie«. Definitionen, Rechtliches, Tipps und Wissenswertes, um das Berufsleben familienfreundlicher zu gestalten und um eine erfolgreiche Berufstätigkeit mit dem Familienleben zu kombinieren. Ebenso findet das Thema Gesundheit in der Arbeitswelt hier seinen Platz.

Familienfreundliche Führungskultur ist entscheidend

Familienfreundlichkeit wird in 77% der Unternehmen für bedeutungsvoll gehalten. Das zeigen Ergebnisse aus dem aktuellen "Unternehmensmonitor Familienfreundlichkeit 2016", das vom IW Köln im Auftrag des Bundesfamilienministeriums bereits zum 5. Mal durchgeführt wurde.

Hier die wichtigsten Ergebnisse:

Führung ist der entscheidende Erfolgsfaktor für eine gelebte familienfreundliche Unternehmenskultur. So steigt der Anteil der unzufriedenen Beschäftigten von knapp 5% auf 27%, wenn die Führungskraft die Inanspruchnahme familienfreundlicher Maßnahmen nicht unterstützt.

Eine familienfreundliche Unetrnehmenskulur setzt Vorbilder auf allen Ebenen voraus. Dies gilt insbesondere für die Väterförderung und damit Beschäftigte, die eine neue Balance zwischen Beruf und Familie suchen. Wo männliche Führungskräfte selbst Elternzeit in Anspruch nehmen, ist der Anteil der männlichen Beschäftigten in Elternzeit mit 16% fünfmal so hoch wie in Unternehmen ohne Führungskräftevorbilder.

Personalverantwortliche unterschätzen die Bedeutung familienfreundlicher Angebote für Beschäftigte. Nur 43% glauben, dass dies für Personen ohne akute Betreuungspflichten wichtig ist, während 81% der Beschäftigten dies als wichtig erachten.

Den kompletten "Unternehmensmonitor Familienfreundlichkeit 201"6 finden Sie unter www.bmfsfj.de/unternehmensmonitor

Eltern wollen mehr Partnerschaft

Die partnerschaftliche Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist ein neues zentrales Anliegen von Eltern in Deutschland. Sie erwarten von Politik und Wirtschaft angemessene Rahmenbedingungen, um diese zu realisieren. Die Ergebnisse werden in der Studie "Weichenstellungen für die Aufgabenverteilung in Familie und Beruf"  vom Institut für Demoskopie Allensbach präsentiert.

Nach Aussage von Familienmisnisterin Schwesig wünschen sich Väter und Mütter beide Zeit für die Familie, aber auch für den Job. Diese berechtigten Wünsche zeigen, dass wir eine neue Familienarbeitszeit brauchen, damit Eltern nicht an den Rahmenbedingungen scheitern, die sie vorfinden. Sie brauchen gute und flexible Angebote der Arbeitszeitgestaltung, damit Mütter nicht in der "Teilzeitfalle" und Väter nicht in der "Vollzeitfalle" fest stecken. Eine neue Qualität der Vereinbarkeit ist ein Gewinn für die Familien selbst, aber auch für die Wirtschaft. Das zahlt sich aus für die finanzielle Absicherung von Familien und ebenso für die Sicherung von Fachkräften in Deutschland.

Zum ersten mal geht es bei der vorliegenden Studie darum, wie Paare mit kleinen Kindern die Vereinbarkeit von Familie und Beruf leben und leben wollen. Dazu wurden mehr als 3.000 Mütter und Väter, die als Paare mit ihren Kindern unter 6 Jahren zusammenleben, repräsentativ befragt. Die Entscheidungen zur Aufgabenverteilung werden von den Wünschen nach Zeit für Familie, Wertvorstellungen, dem Einkommen und den Arbeits- und Betreuungsbedingungen beeinflusst. Die gelebten Modelle von Paaren entsprechen jedoch nur zum kleinen Teil den eigenen Idealvorstellungen.

Der Bericht zur Studie kann unter www.ifd-allensbach.de abgerufen werden.